Die Justiz in Deutschland – SG 313
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Die Justiz in Deutschland – SG 313

13:01 Dec 23, 2025
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Mit Anfang 20 habe ich bei einer Zeitung gearbeitet. Eine meiner Aufgaben war es, über Gerichtsverfahren zu berichten. Ich bin also zum Amtsgericht gegangen, habe mich in eine Verhandlung gesetzt und zugehört. Danach habe ich darüber einen Artikel geschrieben. Ich fand diese Termine immer besonders interessant. Wieso begehen Menschen Straftaten? Was bringt sie dazu? Heute geht es also um die Justiz in Deutschland. Die Justiz in Deutschland kümmert sich um Recht und Gerechtigkeit. Sie soll dafür sorgen, dass Konflikte friedlich gelöst werden und dass sich alle an die Gesetze halten. Trotzdem besteht die Justiz nicht nur aus strengen Richtern, sondern aus vielen verschiedenen Personen mit unterschiedlichen Aufgaben. Zunächst mal ein Blick zurück. Schon sehr früh in der Geschichte gab es in den deutschen Gebieten Regeln und Gerichte. Im Mittelalter hatten Könige, Fürsten und Städte ihre eigenen Gerichte. Oft war Recht damals nicht gleich Recht. Arme Menschen hatten schlechtere Chancen als reiche. Manchmal entschieden auch Aberglaube oder Macht über Schuld oder Unschuld. Es gab zum Beispiel Gottesurteile. Dabei musste eine Person eine schwere Prüfung bestehen, etwa über glühende Kohlen laufen. Überlebte sie, galt sie als unschuldig. Aus heutiger Sicht wirkt das sehr grausam und unfair. Im 19. Jahrhundert änderte sich vieles. Es entstanden moderne Gesetze, und der Staat übernahm mehr Verantwortung. Nach der Gründung des Deutschen Reiches im Jahr 1871 wurden viele Regeln vereinheitlicht. Gerichte arbeiteten nach festen Verfahren, und Urteile sollten besser begründet sein. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden Gerichte missbraucht. Viele Richter folgten der Politik und sprachen ungerechte Urteile. Nach dem Zweiten Weltkrieg war deshalb klar: Eine neue, unabhängige Justiz ist sehr wichtig. Heute basiert die Justiz in Deutschland auf dem Grundgesetz. Darin steht, dass alle Menschen gleich sind vor dem Gesetz. Richter sind unabhängig. Das bedeutet, sie dürfen keine Befehle von der Politik annehmen. Sie sollen nur nach dem Gesetz und nach ihrem Gewissen entscheiden. Das ist ein zentraler Gedanke des Rechtsstaates. In einem Gerichtsverfahren gibt es verschiedene Rollen. Der Richter oder die Richterin leitet die Verhandlung und spricht am Ende das Urteil. Richter haben lange studiert und eine spezielle Ausbildung gemacht. Sie sollen ruhig bleiben und beide Seiten anhören. In manchen Verfahren sitzen neben dem Richter auch Schöffen. Schöffen sind normale Bürgerinnen und Bürger ohne Jura-Studium. Sie bringen die Sicht der Gesellschaft ein und entscheiden gemeinsam mit dem Richter. Schöffen machen das ehrenamtlich, also ohne Geld dafür zu bekommen. Sie werden für fünf Jahre gewählt. Warum es sie gibt, steht im Grundgesetz. Dort heißt es: Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Also darf das Volk – in diesem Fall vertreten durch einzelne Menschen – auch mitentscheiden. Welche Personen gibt es noch im Gerichtssaal? D
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