About this episode
Klinisch Relevant x Reine Nervensache
Bevor es in die heutige Folge geht:
Ab dem 05.03.2026 findet unser Live Online Kurs zum Thema "Schwindel und Gleichgewichtsstörungen" mit Dr. Max Friedrich von der Uniklinik Ulm statt.
Weitere Infos zum Kurs findest Du hier:
https://klinischrelevant.de/project/schwindel26/
?? Impfungen bei Multipler Sklerose – Was ist zu beachten?
In diesem Feature von "Reine Nervensache", veröffentlicht bei Klinisch Relevant, spricht PD Dr. Marc Pawlitzki mit Dr. Patricia Kirschner (Assistenzärztin, MS-Ambulanz, Uniklinik Düsseldorf) über ein zentrales und zugleich sensibles Thema in der MS-Versorgung: Impfen und Multiple Sklerose.
Gerade nach den Erfahrungen der COVID-19-Pandemie ist das Thema Impfen emotional aufgeladen – bei MS-Betroffenen kommen zusätzlich Unsicherheiten hinsichtlich Schubrisiko, Krankheitsaktivität und Immuntherapie hinzu. Die Episode liefert eine fundierte Einordnung für die klinische Praxis.
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? Grundlagen: Warum impfen wir überhaupt?
Impfungen dienen der gezielten Aktivierung des Immunsystems, um einen protektiven Antikörperschutz aufzubauen – ohne die eigentliche Erkrankung durchmachen zu müssen.
Unterschieden wird zwischen:
• Lebendimpfstoffen (abgeschwächte, vermehrungsfähige Erreger)
• Totimpfstoffen (inaktivierte Erreger oder Bestandteile)
Während manche Impfungen nach Grundimmunisierung lebenslangen Schutz bieten, erfordern andere – z. B. Tetanus – regelmäßige Auffrischungen gemäß den Empfehlungen der Ständige Impfkommission (STIKO).
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? Impfen und MS: Besteht ein Schubrisiko?
Eine der häufigsten Fragen in der MS-Sprechstunde:
Kann eine Impfung einen Schub auslösen?
Die aktuelle Datenlage ist klar:
• ? Totimpfstoffe sind sicher und führen nicht zu einer erhöhten Schubrate oder Krankheitsprogression.
• ?? Lebendimpfstoffe erfordern eine individuelle Risiko-Nutzen-Abwägung – insbesondere bei noch nicht immunmodulatorisch behandelten Patient:innen.
Ein aktuelles Konsensuspapier der European Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis (ECTRIMS) betont, dass Lebendimpfungen bei unbehandelten MS-Patient:innen unter bestimmten Bedingungen möglich sind, sofern eine sorgfältige Indikationsstellung erfolgt.
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?? Impfpass-Check: Frühzeitig planen!
Ein zentrales Learning aus der Episode:
? Der Impfpass sollte bereits beim Erstgespräch in der MS-Ambulanz vorliegen.
Warum?
MS-Patient:innen gelten:
1. per se als vulnerabler für Infektionen (Autoimmunerkrankung)
2. erhalten häufig immunmodulatorische oder immunsuppressive Therapien, die Impfantwort und Impfzeitpunkt beeinflussen
Fehlende Impfungen sollten möglichst vor Therapiebeginn nachgeholt werden, da:
• Unter hochwirksamen Antikörp