Impfungen und MS - mit Dr. Patricia Kirschner und PD Dr. Marc Pawlitzki

Impfungen und MS - mit Dr. Patricia Kirschner und PD Dr. Marc Pawlitzki

15:29 Feb 14, 2026
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Klinisch Relevant x Reine Nervensache Bevor es in die heutige Folge geht: Ab dem 05.03.2026 findet unser Live Online Kurs zum Thema "Schwindel und Gleichgewichtsstörungen" mit Dr. Max Friedrich von der Uniklinik Ulm statt. Weitere Infos zum Kurs findest Du hier: https://klinischrelevant.de/project/schwindel26/ ?? Impfungen bei Multipler Sklerose – Was ist zu beachten? In diesem Feature von "Reine Nervensache", veröffentlicht bei Klinisch Relevant, spricht PD Dr. Marc Pawlitzki mit Dr. Patricia Kirschner (Assistenzärztin, MS-Ambulanz, Uniklinik Düsseldorf) über ein zentrales und zugleich sensibles Thema in der MS-Versorgung: Impfen und Multiple Sklerose. Gerade nach den Erfahrungen der COVID-19-Pandemie ist das Thema Impfen emotional aufgeladen – bei MS-Betroffenen kommen zusätzlich Unsicherheiten hinsichtlich Schubrisiko, Krankheitsaktivität und Immuntherapie hinzu. Die Episode liefert eine fundierte Einordnung für die klinische Praxis. ? ? Grundlagen: Warum impfen wir überhaupt? Impfungen dienen der gezielten Aktivierung des Immunsystems, um einen protektiven Antikörperschutz aufzubauen – ohne die eigentliche Erkrankung durchmachen zu müssen. Unterschieden wird zwischen: • Lebendimpfstoffen (abgeschwächte, vermehrungsfähige Erreger) • Totimpfstoffen (inaktivierte Erreger oder Bestandteile) Während manche Impfungen nach Grundimmunisierung lebenslangen Schutz bieten, erfordern andere – z. B. Tetanus – regelmäßige Auffrischungen gemäß den Empfehlungen der Ständige Impfkommission (STIKO). ? ? Impfen und MS: Besteht ein Schubrisiko? Eine der häufigsten Fragen in der MS-Sprechstunde: Kann eine Impfung einen Schub auslösen? Die aktuelle Datenlage ist klar: • ? Totimpfstoffe sind sicher und führen nicht zu einer erhöhten Schubrate oder Krankheitsprogression. • ?? Lebendimpfstoffe erfordern eine individuelle Risiko-Nutzen-Abwägung – insbesondere bei noch nicht immunmodulatorisch behandelten Patient:innen. Ein aktuelles Konsensuspapier der European Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis (ECTRIMS) betont, dass Lebendimpfungen bei unbehandelten MS-Patient:innen unter bestimmten Bedingungen möglich sind, sofern eine sorgfältige Indikationsstellung erfolgt. ? ?? Impfpass-Check: Frühzeitig planen! Ein zentrales Learning aus der Episode: ? Der Impfpass sollte bereits beim Erstgespräch in der MS-Ambulanz vorliegen. Warum? MS-Patient:innen gelten: 1. per se als vulnerabler für Infektionen (Autoimmunerkrankung) 2. erhalten häufig immunmodulatorische oder immunsuppressive Therapien, die Impfantwort und Impfzeitpunkt beeinflussen Fehlende Impfungen sollten möglichst vor Therapiebeginn nachgeholt werden, da: • Unter hochwirksamen Antikörp
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