About this episode
"Woran merkst du, dass du Sexualität genießt?" – das sollten wir uns in Gesprächen mit vertrauten Menschen viel häufiger fragen, sagt die Paar- und Sexualtherapeutin Angelika Eck. Was banal scheint, ist für Eck fundamental. Denn erst, wenn Menschen an diesen Punkt gelangen, kann sich Neues entwickeln. Viele Paare und Personen kommen zu ihr, um sich mit ihrer Lustlosigkeit und ihren Beziehungskonflikten auseinanderzusetzen. Zurück in den Genuss und die Lust finden viele, wenn ihnen klar wird, dass sie sich bewusst für Sex entscheiden können."Sei lustvoll! Wie soll das überhaupt gehen?", fragt Eck und erklärt den Sexpodcasthosts Melanie Büttner und Sven Stockrahm, was sie meint, wenn Klient:innen ihr berichten, sie würden gerne wollen wollen. "Es ist keine frohe Botschaft, aber wir sind immer eigenverantwortlich in allen sexuellen Prozessen", sagt Eck. Wie findet man dahin, allein und als Paar? Warum alles im Leben einen Preis hat, wozu es Mut braucht und wann Sex und Erotik zu etwas werden, das uns erfüllt.Mehr zu unserer Gästin und zur FolgeAngelika Eck ist Psychologin sowie Paar- und Sexualtherapeutin. In Karlsruhe hat sie ihre Praxis.Eck ist Herausgeberin des Fachbuchs Der erotische Raum – Fragen der weiblichen Sexualität in der Therapie. Darin gehen die Autorinnen und Autoren unter anderem den Gründen weiblicher Unlust und der Rolle von Fantasien in der Therapie nach.Für das ZEITmagazin ONLINE schreibt Angelika Eck die Kolumne Schlafzimmerblick. Im Juni 2021 sind einige der Folgen als Buch erschienen: Schlafzimmerblick: Liebe, Sex und Partnerschaft – ehrliche Antworten auf heikle Fragen.In dieser Folge erwähnt Angelika Eck unterschiedliche Modelle und Ideen aus der Sexualforschung. Dabei geht sie auf Konzepte verschiedene Wissenschaftler:innen ein. Darunter etwa die klinische Psychologin Marta Meana, die über den Irrglauben geforscht hat, dass Frauen in der Sexualität ausschließlich an Beziehungen interessiert seien. Außerdem wird die Sexualtherapeutin Helen Singer Kaplan erwähnt, die vielen als Vorreiterin der Sexualtherapie gilt. Die Sexualmedizinerin Rosemary Basson forscht an der Frage, ob weibliches Verlangen oft erst von entsprechenden Handlungen ihrer Partner:innen geweckt wird. Und die Sexologin Peggy Kleinplatz wird erwähnt, die sich vor allem dafür einsetzt, dass sexuelle Vorlieben wie etwa BDSM nicht als Störungen betrachtet werden.