Gemeinwohl-Ökonomie: Werte statt Wachstum. Mit Thomas Schmidt, Michael Reinhardt und Michael (Michi) Schnitzlein

Gemeinwohl-Ökonomie: Werte statt Wachstum. Mit Thomas Schmidt, Michael Reinhardt und Michael (Michi) Schnitzlein

1:14:17 Mar 20, 2026
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1h 15 Minuten Inspiration 💡😃 Wie soll Wirtschaft eigentlich funktionieren – und fĂŒr wen? Diese Frage treibt unsere drei GĂ€ste Thomas Schmidt, Michael Reinhardt und Michi Schnitzlein seit vielen Jahren um. Sie engagieren sich in der Augsburger Regionalgruppe der Gemeinwohlökonomie-Bewegung. Drei Generationen, drei Berufsbiografien und ein gemeinsames Thema: Wie lĂ€sst sich Wirtschaft so gestalten, dass sie tatsĂ€chlich den Menschen dient? Im GesprĂ€ch mit Martin Permantier wird schnell klar, warum die Gemeinwohlökonomie fĂŒr alle drei kein akademisches Randthema ist, sondern ein konkretes Werkzeug fĂŒr die Praxis. Was die Gemeinwohlbilanz leistet Die Gemeinwohlbilanz ist das zentrale Instrument: ein strukturierter Prozess, mit dem Unternehmen ihren sozialen, ökologischen und gesellschaftlichen Mehrwert messbar machen und zertifizieren lassen. Rund tausend Unternehmen haben sich bereits bilanziert, darunter ein WeltmarktfĂŒhrer aus dem AllgĂ€u, der heute WindrĂ€der-Transporte ĂŒber enge GebirgspĂ€sse in SĂŒdamerika per ermöglicht. Aktuell wird daran gearbeitet, die Gemeinwohlbilanz mit den EU-Berichtspflichten (CSRD/VSME) kompatibel zu machen, ein Vorteil besonders fĂŒr kleinere Unternehmen in Lieferketten. Erkenntnisse aus diesem GesprĂ€ch: Geld als Mittel, nicht als Zweck. Die Gemeinwohlökonomie fragt: WofĂŒr wirtschaften wir eigentlich? BIP-Wachstum durch RĂŒstungsexporte oder nach Umweltkatastrophen lĂ€sst sich im gleichen Atemzug als Erfolg zĂ€hlen - und zeigt damit, wie wenig das Bruttoinlandsprodukt ĂŒber echten Wohlstand aussagt. Werte zuerst, Bilanz danach. Wer die eigenen Werte kennt und benennen kann, trifft bessere Entscheidungen - gerade in unsicheren Zeiten. Genau deshalb beginnen Michael und Michi ihr Seminar an der Uni Augsburg nicht mit Wirtschaftstheorien, sondern mit der Frage: Was ist euch wichtig? Klein anfangen, gemeinsam weiterkommen. Der Einstieg gelingt am leichtesten ĂŒber Peergroups oder regionale Netzwerke. Kooperation statt Wettbewerb ist dabei keine Idealvorstellung, sondern eine wirtschaftlich tragfĂ€hige Strategie. Thomas, Michael und Michi sprechen aus echten Erfahrungen, als Berater, Lehrende an der Hochschule und aktive Netzwerker in der Praxis. In dieser Folge geht es nicht um Appelle, sondern um konkrete Fragen: Wie steige ich als Unternehmen ein? Was kostet ein Bilanzierungsprozess wirklich an Zeit? Und wie geht diese Bewegung mit der politischen Polarisierung um, die gerade alles, was nach Nachhaltigkeit klingt, unter Generalverdacht stellt? Diese Antworten gibt es in der Folge. 🚀 Zur Gemeinwohl-Ökonomie >> Unser GesprĂ€chspartner Thomas Schmidt: ist RuhestĂ€ndler, Unternehmer und GrĂŒnder. Als Angestellter lernte er vom Kleinunternehmen bis zum börsennotierten Konzern diverse Unternehmens- und Vertriebskulturen kennen.
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