About this episode
Beratung als eine besondere Dienstleistung
Kapitel
0:06 - Herzlich willkommen zum Podcast Gut durch die Zeit
0:45 - Praktische Anforderungen an Berater
8:17 - Fähigkeiten für ein Beratungssystem
9:56 - Nähe zur Erziehung
11:04 - Verantwortung in der Beratung
13:54 - Kundenzufriedenheit und Beratung
16:11 - Anforderungen an Berater
18:57 - Unsicherheitstoleranz als Kompetenz
30:11 - Symbiose-Immunität und Selbstwert
30:35 - Lotsenkompetenz verstehen
35:23 - Ambiguitätskraft als Stärke
37:08 - Paradoxieverständnis in der Beratung
40:29 - Emotionale Resonanzstärke
44:56 - Erzählfreude als Beratungsinstrument
47:11 - Ausblick auf zukünftige Publikationen
49:35 - Dank und Abschluss des Gesprächs
Inhaltliche Zusammenfassung
In dieser Episode des Podcasts „Gut durch die Zeit“ widme ich mich den persönlichen Anforderungen an (Organisations-)Berater, insbesondere in den Bereichen Mediation, Konfliktcoaching und Organisationsberatung. Zusammen mit Klaus Eidenschink, einem erfahrenen Organisationsberater und Autor, gehen wir auf die Herausforderungen ein, die Berater in Organisationen erwarten. Dabei basieren unsere Gespräche auf den zehn spezifischen Anforderungen, die Klaus und sein Co-Autor Uli Merkes in ihrem Buch „Entscheidungen ohne Grund“ formuliert haben.
Wir beginnen mit der Diskussion, dass erfolgreiche Beratung weit über die einfache Zufriedenheit des Kunden hinausgeht. Oftmals wird diese Zufriedenheit als Maßstab für den Erfolg herangezogen, doch wir stellen heraus, dass wahre Beratung oft Unbehagen und Unsicherheit bei den Klienten hervorruft. In diesem Kontext beleuchten wir zwei gängige Missverständnisse in der Beratungslandschaft: die Expertenberatung, bei der der Berater als Wissender auftritt und Beratung zur Erziehung zu verkommen droht, und die Dienstleistung, wo der Berater zum Erfüllungsgehilfen des Klienten wird. Beide Ansätze führen in unserem Verständnis nicht zu echter Beratung, da sie keine eigenständige Entwicklung fördern.
Ein zentraler Punkt in unserem Gespräch ist das Konzept des Beratungssystems, welches sich aus der Beziehung zwischen Berater und Klient bildet. Es ist entscheidend, dass beide Parteien ihre eigenen Regeln und Identitäten bewahren, um ein fruchtbares Beratungssystem zu ermöglichen. Dies führt uns zu den zehn Anforderungen an Berater, die nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch relevant sind. Dabei wird deutlich, dass Unsicherheitstoleranz eine der Schlüsselkompetenzen ist, die Berater benötigen, um erfolgreich arbeiten zu können.
Wir diskutieren die Symbiose-Immunität, die es Beratern ermöglicht, unabhängig von den Erwartungen ihrer Klienten zu bleiben, sowie die Bedeutung von Selbstwertstabilität. Der Berater darf nicht in eine Abhängigkeit vom Klienten geraten, sondern muss