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CNews, Vincent Bolloré und die Frage, wem die öffentliche Debatte gehört
Frankreich versteht sich als Republik der Debatte, der Zeitungen, der intellektuellen Auseinandersetzung.
Doch wer heute französisches Fernsehen schaut oder Radio hört, merkt: Der Ton hat sich verändert.
Ein Symbol dieser Entwicklung ist CNews – inzwischen der erfolgreichste Nachrichtensender des Landes. Kritiker sprechen von einem „Fox News à la française“: meinungsstark, polarisiert, kulturkämpferisch.
Diese Entwicklung fällt nicht vom Himmel. Sie geht einher mit einer starken Konzentration der Medien in den Händen weniger sehr reicher Eigentümer. Baukonzerne, Rüstungsfirmen, Luxusimperien – und mittendrin Journalismus.
Im Zentrum der Debatte steht der konservative Unternehmer Vincent Bolloré, der mit seinem Medienimperium tief in Redaktionen eingreift: bei CNews, bei Europe 1, beim Journal du Dimanche, bei Paris Match.
Es geht dabei um mehr als einzelne Schlagzeilen. Es geht um Agenda-Setting, um Themenwahl, um Deutungsmacht. Oder, mit einem Begriff des italienischen Denkers Antonio Gramsci: um kulturelle Hegemonie - also darum, wer festlegt, was als normal, sagbar und vernünftig gilt.
🎙️ Zu Gast: Nicolas Hubé
Politikwissenschaftler von der Université Lorraine, Experte für politische Kommunikation und Medien in Frankreich.
Host: Andreas Noll
Dieses Podcast-Projekt ist mit freundlicher Unterstützung des Deutsch-Französischen Bürgerfonds und der Gustav-Stresemann-Stiftung in Bonn entstanden.
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Coverfoto: stock.adobe.com